Monatsarchiv für Februar 2008
Erneut Massenproteste gegen Mexikos Regierungspolitik
Ralf Streck 26.02.2008
Nach der Großdemonstration gegen das Freihandelsabkommen mit den USA wurden nun Protestaktionen zur Verteidigung des staatlichen Energiesektors gestartet
Am 21. Januar hatten mehr als 200.000 Bauern in Mexiko-Stadt gegen den Wegfall der letzten Handelsbeschränkungen mit den USA und Kanada im Rahmen des Freihandelsabkommens (NAFTA) demonstriert. Sie befürchten, dass Mexiko nun vollständig mit subventionierten Mais, Bohnen und Zucker überschwemmt wird und kleine und mittlere Betriebe die Lebensgrundlage verlieren. Der konservative Präsident Felipe Calderón will nun offenbar die Privatisierung der Ölförderung durchsetzen. Dagegen demonstrierten am Sonntag erneut viele Menschen in der Hauptstadt und kündigten einen Kampfzyklus zur Verteidigung des Öls an. Die Proteste sollen noch stärker werden als die, welche die Opposition nach den umstrittenen Wahlen durchhielt, als Calderón Wahlbetrug vorgeworfen wurde.
Angst vor einem neuen Acteal
Zehn Jahre nach dem Massaker ist die Verantwortung der Politik in der mexikanischen öffentlichen Meinung weiterhin kein Thema
Hunderte Menschen versammelten sich am zehnten Jahrestag des Massakers von Acteal zu einem Treffen gegen Straflosigkeit. Denn die Aufarbeitung des Verbrechens von 1997 geht kaum voran: Seine geistigen Urheber sind noch immer straffrei, die unmittelbaren Täter nicht rechtskräftig verurteilt. Und es mehren sich Versuche, das Massaker auf Konflikte zwischen Gemeinden zurückzuführen und damit die Verantwortung der Regierung an der Aktion der Paramilitärs zu leugnen.
Zum Artikel: Lateinamerika Nachrichten
Sicherheitshinweise für Mexiko
Kriminalität
Die Kriminalität hat in Mexiko erheblich zugenommen. Allein in Mexiko-Stadt werden täglich mehrere Hundert kriminelle Delikte gemeldet; die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Leider sind auch Polizeikräfte bzw. uniformiertes Sicherheitspersonal an Straftaten beteiligt gewesen.
In Mexiko-Stadt sollten nur Taxis von offiziellen Taxiständen (Sitios) oder telefonisch bestellte benutzt werden. Bei auf der Straße angehaltenen Taxis besteht besonders nach Einbruch der Dunkelheit die Gefahr, ausgeraubt zu werden.
Bei Fahrten mit der Untergrundbahn kommt es häufig zu Diebstählen. Geld und Wertsachen sollten daher gut versteckt und nicht sichtbar am Körper getragen werden.
Diebe sind auch auf den Diebstahl von verdeckt getragenen Gürteltaschen spezialisiert.
Chinas Lenovo Group steigt in Mexiko bei Sanmina-SCI ein
Chinas größter PC – Hersteller Lenovo Group beabsichtigt die Vermögenswerte des Unternehmens Sanmina-SCI Corp’s in Mexiko zu übernehmen. Wie es von Seiten der in Kalifornien ansässigen Sanmina-SCI heißt, sei dazu aber bisher lediglich eine unverbindliche Vereinbarung getroffen worden. Mit einer möglichen Übernahme des PC – Geschäftes, geht die Lenovo Group weiter seinen Weg zum Ausbau seiner Aktivitäten in Amerika.
Getrennt von diesem Vorhaben, verkauft die Sanmina-SCI Assets im Wert von 80 bis 90 Mio. US Dollar an das taiwanesische Unternehmen Foxteq Holdings Inc., welche zum Elektronik-Unternehmen Foxconn Technology Group gehört.
Diese Nachricht führte dazu, dass sich die Aktie der Lenovo Group zurzeit gegen den negativen Trend der Börse behaupten kann. Sie gewinnt leicht um 0,2 Prozent auf 5,28 HKD hinzu.
Ein Toter bei Bombenexplosion in Mexiko-Stadt
Mexiko-Stadt (AP) Bei der Explosion einer Bombe in unmittelbarer Nähe der Polizeizentrale der mexikanischen Hauptstadt ist am Freitag ein Mensch getötet worden. Eine junge Frau wurde nach Angaben der Polizei verletzt. Durch die Wucht der Detonation zerbarsten Scheiben umliegender Häuser, mehrere Autos wurden beschädigt. Der Sprengsatz wurde nach ersten Ermittlungen der Polizei mit einem Mobiltelefon ferngezündet. Über die Urheber des Anschlags lagen zunächst keine Informationen vor. In den vergangenen Wochen hat die Polizei mehrere Mitglieder eines mächtigen Rauschgiftkartells festgenommen und mehrere Waffenverstecke ausgehoben.
Schweres Erdbeben erschüttert Mexiko
Ein Erdbeben im Süden Mexikos erreichte heute 6,4 auf der Richterskala. Angaben zu Verletzten liegen noch keine vor.
Das Epizentrum lag nach Informationen der US-Erdbebenwache 60 Kilometer nordwestlich der Stadt Tonalá im Bundesstaat Oaxaca. Auch in den benachbarten Provinzen Chiapas, Tabasco und Puebla waren die Erschütterungen zu spüren. In den betroffenen Regionen fiel der Strom aus und das Telefonnetz brach zusammen.
Mexiko wird regelmässig von starken Beben heimgesucht. Letzten September wurde die westmexikanische Küstenregion Sinaloa von einem Beben der Stärke 6,3 erschüttert. Damals kam niemand zu Schaden. Beim schlimmsten Erdstoss, den das Land erlebte, starben 1985 in Mexico City 35′000 Menschen bei einem Beben von 8,1 auf der Richterskala.
Aktuelle Weltrangliste im Boxen
Boxen ist in Mexiko ein Volkssport. Deshalb finden sich auch viele Mexikaner in den Weltrangliste der einzelnen Verbände (WBC, IBF, WBA und WBO) wieder.
Aktuelle Weltmeister aus Mexiko (Stand Februar 2008):
Halbfliegengewicht / Gewichtslimit: 48,988 Kg
- Weltmeister: Ulises Solis (IBF)
- Weltmeister: Hugo Cazarez (WBO)
Fliegengewicht / Gewichtslimit: 50,802 Kg
- Weltmeister: Omar Narvaez (WBO)
Super-Fliegengewicht / Gewichtslimit: 52,163Kg
- Weltmeister: Martin Castillo (WBA)
- Weltmeister: Fernando Montiel (WBO)
Bantamgewicht / Gewichtslimit: 53,525 Kg
- Weltmeister: Rafael Marquez (IBF)
- Weltmeister: Jhonny Gonzalez (WBO)
Super-Bantamgewicht / Gewichtslimit: 55,225 Kg
- Weltmeister: Israel Vazquez (WBC)
Maya-Könige aus dem Regenwald
Für die bedeutende Sonderausstellung konnten das Roemer- und Pelizaeus-Museum und das Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim rund 200 kostbare Objekte aus aller Welt zusammen tragen, darunter Stücke, die noch nie in Europa gezeigt wurden. Den Besucher erwartet eine einzigartige Gesamtschau der fremden und rätselhaften Maya-Kultur.
Diese Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler.
Mexikanische Regierung wegen Folter angeklagt
(Fortaleza, 23. Januar 2008, adital-poonal).- Am Freitag, den 25. Januar 2008, ist vor dem spanischen Gericht Audiencia Nacional Anklage gegen Mexiko aufgrund der Vorfälle im mexikanischen San Salvador Atenco im Mai 2006 eingereicht worden. Eine Spanierin, die damals in Atenco verhaftet und deportiert wurde, reichte die Anklage ein. Sie wirft der mexikanischen Regierung Folter vor und beruft sich für ihre Anklage auf die Prinzipien der internationalen Menschengerichtsbarkeit. Die Einreichung der Klage wurde mit einer Versammlung vor dem Gerichtsgebäude unterstützt, auf der die TeilnehmerInnen zum Ausdruck ihres Protests schwarze Kleidung trugen.
Zum Artikel: Poonal
Mexiko will zu den touristischen Topzielen weltweit aufsteigen
Die mexikanische Regierung will mit privaten Geldern in den nächsten Jahren zu einem führenden Touristikländer weltweit werden. Vor Fabrikanten kündigte Mexikos Präsident Felipe Calderón an, das Land sei dabei, das Investitionsklima durch den Kampf gegen die organisierte Kriminalität und für ökonomische Stabilität zu verbessern. Außerdem sei geplant, bis zum Ende seiner Amtszeit in fünf Jahren 17 Milliarden Euro in die Infrastruktur zu stecken. Tipp: Jetzt einen Expedia.de Reisegutschein bekommen.